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Gymnasiasten als kreative Tüftler

TG-Schüler der Jahrgangsstufe 1 an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Mühlacker machen dem Musterländle alle Ehre. Sie tüftelten ein Jahr lang an der Optimierung von Tischfußabdeckungen für Schülertische. Anlass war, dass viele der nach der Renovierung der Schule 2014 angeschafften Tische immer wieder beschädigt wurden. Udo Schädlich, der als Lehrer das Optimierungsprojekt begleitete, erklärte: “ Die Schwachstelle der erst drei Jahre alten Tische sind die Tischfußabdeckungen. Die vom Hersteller verwendeten Kunststoffabdeckungen sind leicht entfernbar. Das sprach sich bei den Schülern schnell herum, bis innerhalb kurzer Zeit viele Tische beschädigt waren. Anfangs haben wir die fehlenden oder beschädigten Teile ersetzt, aber es dauerte nie lange, bis die ersetzten Teile wieder kaputt waren oder ganz fehlten“.

  

Alte Abdeckung aus Kunststoff

Neue Abdeckung aus Aluminium

Den Gedanken „Wir müssen eine andere Lösung für die Kunststoffabdeckungen finden“ griff Schädlich im Projektunterricht mit der TG-Klasse auf und die Schüler machten sich ans Werk. Um gut organisiert vorzugehen, erstellten die Schüler zunächst einen Projektplan. Erste skizzenhafte Entwurfszeichnungen entstanden im Anschluss als erstes.
Der nächste Schritt war, passende Werkstoffe zu finden. Die Auswahl fiel auf Aluminium. Die erste Schwierigkeit ließ nicht lange auf sich warten. Das Problem bestand darin, Toleranzen bei den Tischbeinen aus Stahlrohr auszugleichen und trotzdem einen dauerhaften Verschluss zu garantieren. Unzählige Messungen waren notwendig, um die richtigen Toleranzen für die Fertigungsmaße zu erhalten. Innerhalb der Arbeitsgruppen wurden unterschiedliche Zuständigkeiten definiert wie z.B. CAD-Konstruktion, Kostenkalkulation und Dokumentation. Damit die Vorgänge Hand in Hand und zum Teil parallel ablaufen konnten, war eine gute Kommunikation notwendig.
Schließlich kam man der Produktion der Teile immer näher: unterschiedliche Prototypen wurden hergestellt und Angebote von Firmen eingeholt. Der Schulleiter der FvSS, Veit Kibele, ließ sich die Ergebnisse durch eine Präsentation der Schüler erläutern und beantragte beim Schulträger die Genehmigung zur Beschaffung der Abdeckungen.
Die Fa. Wölk aus Maulbronn gab das günstigste Angebot ab und wurde mit der Herstellung der insgesamt 1000 Teile beauftragt. Zum Anlauf der Fertigung waren die Schüler vom Firmenchef, Herrn Hansjörg Wölk, eingeladen worden. Er nahm sich am Produktionstag den ganzen Vormittag Zeit, um der Klasse die Schritte zu zeigen, die notwendig sind, um Teile auf einer CNC-Drehmaschine zu fertigen und auch kleine Anpassungen vorzunehmen. Jeder der Anwesenden durfte dabei auch selbst einmal das Rohteil spannen und die Fertigung starten.
Außerdem erlaubte Herr Wölk der Schülergruppe einen Einblick in die Kostenkalkulation für sein Angebot - für alle Beteiligten ein guter Anhalt, die eigene Kalkulation mit einer realen Kalkulation zu vergleichen.
Nach Abschluss der Fertigung der ersten Teile wurde das Ergebnis an einem mitgebrachten Tisch direkt montiert, getestet und für gut befunden. Die Schüler durften ihren Erfolg mit Herrn Wölk bei Butterbrezeln feiern. Die TG-Klasse und ihr Lehrer Udo Schädlich dankten Herrn Wölk für die freundliche Zusammenarbeit, seine Geduld und seine Zeit, die Einblicke in seine Firma und nicht zuletzt für die Brezeln.

    

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